Nachlese

Nachlese zum Symposium

A. Reiter

Den Anstoß zu diesem Symposium gab die Jahrestagung im Herbst 2003 in Heidelberg mit dem Rahmenthema: „Pränatale Psychologie und Individuation“.
Nur in wenigen Vorträgen wurden auf C.G. Jung und nur in einem auf Graber eingegangen. Und das bei einem Symposium der ISPPM. Graber ist ein Pionier der Pränatalen Psychologie und Mitbegründer der ISPPM. Sein Lebenswerk ist im Besonderen der "Pränatalen Psychologie und Individuation" gewidmet.
Das kam in der Abschlußdiskussion zur Sprache. Es bestand ein allgemeiner Wunsch, ein eigenes Symposium auf das Leben und Werk von G. H. Graber auszurichten.

Gustav H. Grabers Bedeutung kurz skizziert: Während sich die Psychoanalyse mühsam von den ödipalen Ebenen in frühere vorwagte – gezwungen durch die Auswirkungen der Nachträglichkeit vorhergehender Störungsebenen – erkannte Graber die Bedeutung des Geburtstraumas; dies noch vertiefter als O. Rank: Die Geburt als Not eines ökologischen Wandels. Durch Not und Anpassungsdruck komme eine Ichentwicklung in Gang, die das Wissen um die Ganzheit, mit der die Seele die Verkörperung beginnt, „verhüllt“.

Durch eine tiefe Erkenntnis am Schluß seiner ersten Lehranalyse (Graber, Bd. I und 4, jeweils im Vorwort) gelang Graber ein Paradigmenwechsel, mit dem er zu einer Entwicklungssicht vom Ursprung her Zugang bekam. Er knüpfte mit diesem Denken an indische, mystische Traditionen sowie konkret an I.G. Carus an. Aus dieser Erkenntnis forderte er eine Psychologie ein, die dem Verkörperungsweg der Seele gerecht wird. Das bezog sich einerseits auf die körperanaloge-psychische Entwicklung vom Ursprung an. Andererseits stellte er diese Entwicklung in einen übergeordneten ontologischen Rahmen. Die ursprüngliche Ganzheit der Seele solle im Laufe ihres Verkörperungsweges meinem Erkenntnisvermögen und sinnenhaftem Erleben im „bewußten Selbst“ fassbar werden.

Es lag wohl in der Qualität der Zeit, daß auf einmal verschiedene bisher nicht erfaßte unbewußte bzw. nicht thematisierte Bereiche des Menschen konzeptualisiert wurden wie das Unbwußte durch S. Freud, die Bedeutung von Gemeinschaft und Selbstwert durch A. Adler, die Körperlichkeit, Symbol und Neurose bei Reich und Groddeck, die Bedeutung der Geburtsangst bei O. Rank und die Wiederentdeckung der Seele durch C.G. Jung.

Graber geht von der ursprünglichen Ganzheit der Seele aus. Es ist das Selbst, wie es C.G. Jung als Archetyp des Seins konzipiert, das Göttliche in uns aller spirituellen Erlösungslehren. Er verfolgt den konkreten Verkörperungsweg im Rahmen der körperanalogen-psychischen Entwicklung von der Entstehung an. Damit will er die Entwicklung und Verflechtung zweier Prinzipien erfassen, wie es in den Grundreligionen bzw. spirituellen Wegen als gemeinsamer Nenner in verschiedenen Bildern angesprochen wird: Das Äion, das in Raum und Zeit tritt, das Menschengestalt annimmt. Es ist der Individuationsweg mit seinen zwei Perspektiven: Die körperlich-seelische Entwicklung, die gleichzeitig der Realitätsationsrahmen bzw. der Verkörperungsweg der Seele ist.

Das „unbewußte vorgeburtliche Selbst“ solle zum „bewussten Selbst“ werden. Die Seele, die mit der Zeugung in Raum und Zeit tritt, beinhaltet kosmisches Ordnungsbewußtsein. Wir können es als „inneres Entwicklungswissen“ bezeichnen. Die Hardwear, der Körper mit seinen psychischen Möglichkeiten der Wahrnehmung und Erkenntnis muß sich dazu erst entwickeln. Was als Ganzheit in meiner Seele ist, soll von mir sinnenhaft erfahren und erkannt werden.

Mit dieser Sicht ist Graber identisch mit C.G. Jung; geht aber weiter als dieser. Er knüpft den Individuationsweg funktional an den Verkörperungsweg (seelische-körperliche Entwicklung vom Ursprung an). Nicht nur das Ich soll sich im Individuationsprozeß im Dienste des Selbst stellen, sondern die Selbstwerdung soll vor allem im Körper als sinnhafte Erfahrung zur Resonanz kommen: das Ziel soll ein „gefühltes Selbst“ sein.

Zur Aufhebung der selbstentfremdeten Identifikationen meint Graber in der psychoanalytischen Kur einen Weg zu sehen und verbindet damit Jung und Freud. Mit seinem Zugang zu einem Denken vom Ursprung stellt er den Individuationsprozeß in de gesamte Lebensspanne von der Zeugung bis zum Tod.

Graber gab damit eine Entwicklungssicht vor, in der sich Menschenbilder der verschiedenen tiefenpsychologischen, humanistischen, transpersonalen Ausrichtungen verdichten, aber sich auch das Grundwissen von östlichen und mystischen Erlösungswegen niederschlägt.

Wir erkennen heute, wie wichtig es ist, die Erkenntnisse der verschiedenen Entwicklungssichten und Erlösungswege, ja das Entwicklungswissen aus verschiedensten Kulturen zu sammeln, daraus zu lernen und eine integrative Sicht daraus zu gewinnen.
Graber nahm mit seinem Konzept eine solche Integrative Sicht vorweg. Und es ist offen, noch fehlende Perspektiven aufzunehmen.

Warum Graber kaum bekannt wurde und heute nahezuvergessen ist?
Möglicher Weise, weil sich in seinem Konzept die verschiedenen Dimensionen des Menschseins verdichten und er damit orthodoxe Grenzen der verschiedensten Ansätze irritierte.
Weiters: Sein Konzept schöpft – wie das von C.G. Jung – aus einer Bewusstheit, die die Realität der Seele, die zu einem Ursprungs- und Ordnungswissen Zugang hat. Dies zu begreifen, erfordert auch vom Rezipienten eine Bereitschaft, sich in einen essentiellen Paradigmenwechsel einzulassen. Es geht um die Individuationsebene, um den Verkörperungsweg der Seele.
Nicht zuletzt könnte es in der Persönlichkeit Grabers selbst liegen: Auch er war in seiner Individuation „unterwegs“. Wie Eichenberger in ihren Ausführungen darlegte, war sein Entwicklungsweg früh schon außerordentlich belastet. Seine Weise des Strebens nach dem „bewussten Selbst“ könnte auch im Dienste einer Traumaabwehr gestanden haben. D.h. seine Erkenntnisse könnten damit die Dynamik von Offenbaren und gleichzeitiger Verhüllung beinhalten bzw. daß sein Weg zum Selbst im Dienste seiner eigenen Traumaabwehr stand. Wie wir auch bei anderen Gründerpersönlichkeiten es kennen, wird dadurch die Sicht eingeschränkt und das eigene Konzept sabotiert.

Die Tagung in Heidelberg 2003 machte deutlich, wie notwendig ein Symposium wäre, um G. H. Graber wiederzuentdecken. Dieser Vorschlag wurde von den Teilnehmern mit Begeisterung aufgenommen. So kam es zur Planung dieses Symposiums.

Mit dem Rahmentitel: „Pränatale Wurzeln der Individuation“ ging man ein Risiko ein. Wenn seine Gedanken möglicherweise wegen der Verdichtung von verschiedenen Ebenen des Menschseins nicht angenommen wurden, so bestand die Gefahr, sich auch von diesem „Rahmenthema“ nicht angesprochen zu fühlen.

Die Referentensuche gestaltete sich schwierig. Hauptaussagen konnten von Jungianern, Freudianern, Vertreter der Transpersonalen Psychotherapie und Therapeuten, die sich mit pränatalen Traumen beschäftigen erwartet werden.
In Gesprächen mit möglichen Referenten wurde sehr bald deutlich, daß zum Paradigma der Individuation wenig Zugang bestand; noch weniger zur Vorstellung, wie diese ihre Wurzeln im Vorgeburtlichen habe.

Es wäre zu diesem Zeitpunkt ratsam gewesen, den Titel des Symposiums zu verändern wie z.B.: „Vorgeburltiche seelische Verletzungen und ihre Behandlung.“ In Vorträgen wäre noch immer Raum gewesen, auf die Auswirkungen der Individuation bei solchen Traumen einzugehen.
So zeichnete es sich bereits früh ab, daß der Begriff „Individuation“ bzw. was damit gemeint ist, auch in diesem Symposium wenig transparent werden wird, aber auch, daß es schwer sein wird, mit diesem Thema Teilnehmer anzusprechen.


In meinen einleitenden Worten konkretisierte ich das Anliegen des Symposiums folgend:

"Dieser Themenrahmen fordert heraus. Er verunsichert. Wir sind positivistisch sozialisiert. Leistung steht obenan, Absicherung der Basisbedürfnisse und unseres Wohlstandes. Mit dem Bewusstsein, das sich daraus ergibt, ist es schwer, einen Zugang zu dem zu bekommen, was mit Individuation gemeint ist; und noch mehr in welchem Zusammenhang damit die vorgeburtliche Zeit steht.

Was damit gemeint ist. Dazu ein Initialtraum aus einer Therapie: Wegen einer plötzlichen Erkrankung muss die Träumerin (16J.) die Schule für mehrere Monate unterbrechen. Es wird ihr eine Psychotherapie empfohlen. Den folgenden Traum bringt sie in die zweite Therapiestunde mit:

Traum 2: Ich gehe durch eine schöne, üppige Landschaft. Sie wird karger und schließlich wüstenhaft. Ich komme zu einem kleinen Haus. Es ist von einem Brand mitgenommen. Durch das Fenster sehe ich drinnen eine schwarze, schöne Frau. Sie backt Pizza. Sie deutet mir, weiterzugehen und weißt mir den Weg. Ich komme zu einer Kirche, wie eine alte, seltsame Skulptur. Drinnen erwartet mich bereits mein Taufpriester. Freundlich sagt er zu mir: Weißt du überhaupt, dass man in der Kultur, aus der du kommst, nichts um die eigentliche Entwicklung weiß!
Er führt mich nach vorne zum Altar zu einer Stiege, die in die Unterkirche führt. Hier bleibt er zurück. Es ist jetzt finster. Vor mir ist ein Labyrinth von Gängen. Ängste kommen hoch. Ich suche mit meinen Händen mich zu orientieren. Ich muss und werde den Weg aus diesem Labyrinth finden. In dieser Stimmung erwache ich.

Die Erkrankung unterbricht abrupt ihr bisheriges Leben. Der Traum gibt neue Schwerpunkte vor: Ihre Individuation.

Der Taufpriester mahnt: Die Kultur, aus der sie komme, wisse nichts mehr um die eigentliche Entwicklung. Dies sagt ihre Taufpriester. Er weiß um die Seele und deren Entfaltungsweg. Ein Hinweis, daß unsere christliche Kultur sehr wohl um die Individuation weiß und uns dabei zu begleiten hätte. Erstarrt in Dogmen und Ritualen kann sie das nicht.

Der Taufpriester führt sie in die Unterkirche, zum Anfang eines Labyrinths. Dort bleibt er zurück. Sie muß den Weg alleine gehen. Nach anfänglichen Ängsten beginnt sie ihn mutig.

Was für ein Anfang ist gemeint? Es ist eine alte, archaische Kirche. Und dort führt sie der Taufpriester die Unterkirche. Sie muß den Weg ihrer Entwicklung nochmals beginnen. Es kann die Geburt, es kann aber auch – von der Selbstwerdung aus gedacht – schon die vorgeburtliche Zeit sein. „Die Kultur, aus der Du kommst, weiß nichts um die eigentliche Entwicklung.
Graber mahnt, „wenn wir über den Ursprung des Seelischen nicht völlig im Klaren sind, dann wird auch die Erkenntnis seelischer Entwicklung und Zielsetzung verworren.“

Die Schülerin ist 16. Sie hat sich seelisch und körperlich entwickelt. Etwas Entscheidendes hat sie aber schon früh wo zurückgelassen. Die gesundheitliche Krise erweist sich als Chance, Entwicklung nachzuholen.

Gustav H. Graber widmete diesem Wissen, um das unsere Kultur wenig mehr weiß, sein Schaffen. Er geht von der Ganzheit der Seele aus und verfolgt deren Verkörperungsweg vom Ursprung an. Das Ziel der Individuation sei, die ursprüngliche Ganzheit der Seele im „bewußten Selbst“ zu erleben und zu erkennen."

Mit guten Wünschen, in diesem Symposium wieder ein Stück mehr Zugang zum diesem Denken vom Ursprung her zu bekommen, schlossen die Begrüdungsworte.


Der Taufpriester behielt auch für unser Symposium Recht. Es war sehr schwer, für das, was mit Individuation gemeint ist, ein Ohr zu bekommen. Dafür ergaben sich andere wichtige Erkenntnisse; nämlich Zusammenhänge von Traumaverarbeitung, Nirwanaphatansien und Spiritualtiät und die Konsequenzen für die Therapie.

Dafür wurde der zweite Tag des Symposiums wichtig. Er war den klinischen Erfahrungen mit pränatalen Traumen und deren Behandlung gewidmet. Ohne das Wort Individuation zu strapazieren, zeigte sich die Instanz der Individuation, das Selbst in verschiedenen Rollen in den Kasuistiken.
Die Rede war von einer psychischen Ganzheit, die durch früheste Traumen gestört, ja daß es zu einem Abrißpunkt kommen könne, wo dann nur noch eine verarmte psychische Entwicklung fortgeführt werden könne. Zur Kompensation werde in Vorstellungen heiler Welten, in spirituelle Konzepte Zuflucht genommen.
Es sei wichtig, daß der Therapeut solche Fluchtaktionen erkennt und diese Entlastungswege nicht noch unterstützt. Zwar gehe es den Patienten in solchen Phantasien besser, aber nur solange sie diese aufrechterhalten können. Auf der Grundstörungsebene verändert sich damit wenig.
In den klinisch-kasuistischen Referaten wurde deutlich, wie wichtig es sei, den Betreffenden zu ermutigen, die Ängste zuzulassen, die durch die Wiederbelegung des Traumas entstehen. Sie müssten von der therapeutischen Beziehung gehalten werden, um dann zu erkennen, welche Funktion ihre Zufluchtsinseln in der Traumabewältigung erfüllen.

Die Referentinnen konnten zeigen, wie gerade vorgeburtliche Traumen die Flucht in spirituelle Vorstellungen unterstützen. Dies legt die Annahme nahe, daß die Zufluchtinseln nicht nur ein phantasierter Rückzug auf die Nirwanaerfahrung im Mutterleib ist. Es könnte sich darin auch eine Konservierung des Wissens um die ursprüngliche Ganzheit der Seele verbergen. Wenn mit dem Trauma der Verkörperungsweg der Seele unterbrochen wurde, kann angenommen werden, daß dann zumindest das Wissen um diese erhalten werden möchte.
Mögliche Folgerungen daraus: Die Reife spiritueller Wege und Konzepte messen sich daran, wiesehr sie gleichzeitig in einer gesunden Verkörperung verankert sind. Eine fundierte Therapie von pränatalen Traumen könnte den Weg zu einer tragfähigen Spiritualität öffnen.

Der Sonntagvormittag war spirituellen Perspektiven in Grabers Werk gewidmet. Es lassen sich daraus Beziehungen zu indischen Erlösungslehren, zu C.G. Jung sowie zu transpersonalen Konzepten herstellen. Sie fokussierten die von Graber angesprochenen Möglichkeiten der Bewusstseinserweiterung in Annäherungen an den Zustand des „bewussten Selbst“: Eine „Liebeskraft als Erkenntniskraft“ (Eurich).
Der Raum war an diesem Vormittag mit wunderbaren Gedanken gefüllt und die Herzen voll. Es schien zeitmäßig und kräftemäßig nicht mehr möglich zu sein, für eine Schlußdiskussion noch Raum zu bekommen. Als Moderator hatte ich zudem noch Mühe, den dichten Vormittag an die letzten Tage anzuschließen.

Herr Janus forderte – trotz der „beseelten“ Schlußdynamik – den Rückblick auf die vorhergehenden Tage ein. Und das war wichtig. In der „Erlösungsstimmung“ der gehörten Vorträge verloren wir das Tagungsthema – fast - aus den Augen. Es schien, als hätten wir uns selbst nach der Traumakonfrontation am Vortag jetzt in Erlösungsidylle zurückgezogen.

Das wurde in den Schlussworten noch angesprochen und es konnte doch noch der Bogen zu den Vortagen geschlagen werden. Dennoch vergaben wir die Ernte von Früchten, die die drei Tage hervorbrachten. Sie soll im Folgenden noch reflektiert werden:

Pränatale Trauma und Spiritualität

Graber rang um das „bewusste Selbst“. Er meinte, mit der psychoanalytischen Aufhebung der entfremdenden Identifizierungen zum bewussten Selbst zu gelangen. Er rechnete damit nicht mit dem, das uns am Vortag beschäftigte:
Mit vorgeburtliche seelische Verletzungen. Den Möglichkeiten, dadurch zu spirituellen Bereichen einen besonderen Zugang zu haben, aber auch, daß damit der Zugang zu einer verkörperte Spiritualität versperrt sein kann.
Die Biographie Grabers (Eichenberger) gibt viele Hinweise, daß in seinem frühen, ja schon vorgeburtlichen Leben schwer psychische Belastungen bestanden und daß er nur mit Abspaltungen überleben konnte. Dies könnte in ihm ein Wissen um seine ursprüngliche Ganzheit und später in seiner ersten Analyse seine spirituellen Möglichkeiten aktiviert haben. Da er aber keinen Ansprechpartner hatte, noch eine adäquate Therapie, wie wir sie heute diskutieren, blieb es ein Wissen um die Ganzheit der Seele, der er aber nicht in die Verkörperung brachte.

Diese Erkenntnisse sind dringend in das Werk von G.H, Graber zu integrieren. Seine Annahme, die selbstentfremdenden Identifikationen mit Hilfe der Psychoanalyse aufzuheben, ist von ihm zwar differenziert ausgearbeitet, wirkt aber illusorisch. Die „Selbstgeburt“ ist allem Anschein nach durch schon vorgelagerte pränatale Traumen verhindert und bekommt erst eine Chance, wenn diese therapeutisch erreicht werden.

Diese Ergänzung braucht nicht nur das Grabersche Konzept sondern im besonderen psychotherapeutische Wege, die ihr Augenmerk im auf die Wachstumgsbedürfnisse, also auf transpersonale bzw. spirituelle Ziele legen. Der Therapeut muß erkennen, wann eine Bewusstseins-erweiterung bzw. spirituelle Erfahrungen eine Progression in der Entwicklung darstellen und wann sie im Dienst der Traumaabwehr durch den Rückzug in Nirwana oder Erlösungsphantasien stehen. Sie zu unterstützen, wenn sie letztere Funktionen erfüllen, wäre dem Patienten ein schlechter Dienst getan. Diese Erkenntnisse sind für alle therapeutischen Ansätze wichtig.