Charlotte Kollmorgen, Berlin

 


Kommentar
zu den Bildern Ch. Kollmorgen
Alfons Reiter

Die Künstlerin stellte unserem Symposion das "Logo" zur Verfügung. Sie nannte das Bild "Hitze".

Es eignet sich für das Symposion in besonderer Weise als Logo. Mit dem Rahmenthema: Vorge-burtliche Wurzeln der Individuation“ verbinden wir die Verkörperung des Selbst. Das Selbst als ontologische Größe, als Sein in uns.

Dieser Kern tritt – so aus Jungscher Sicht - mit der Zeugung in Raum und Zeit, geht mit dem Oraganismischen eine Verflechtung ein, behalte aber seine Eigenständigkeit. Aus ihm wirke die Selbst-verwirklichungsstrebung, die im 2. Schritt der Individuation, wieder voll die Regie zur Selbstwerdung übernehmen solle. Im Sinne von G.H. Graber solle das „vorgeburtliche unbewußte Selbst“ im Laufe der Individuation sich zum "bewussten Selbst" wandeln.

Im Bild erfasst die Künstlerin intuitiv die gegensätzlichen Prinzipien von Selbstkern und Organismischen. Der Kern, wie ein Mandala, bleibt abstrakt, während sich das Umfeld organisch ausdifferenziert. Das Bild ist frappant geeignet, den Beginn des "Verkörperungsweges des Selbst" zu illustrieren.

Als das Bild entstand, dachte die Künstlerin nicht an den Ursprung des Lebens. Erst in unseren Gesprächen erwog sie meine Assoziationen zu ihren Bildern. Sie schaffe spontan, intuitiv. Wundere sich selbst immer wieder über die entstehenden Motive. Die Situationen, die jeweils ihre Kreativität anregen, würden aber – so die Künstlerin – sehr wohl von einer sehr ursprünglichen Qualität getragen sein.

 

 

Titel:
Spirale Gedanken,

Ch. Kollmorgen

 

 

 

 

 

 

Künstlerischer Zugang zum Ursprungswissen

Alfons Reiter 

Die Bilder der Malerin Charlotte Kollmorgen sind ursprünglich in Form, Farbe und Dynamik. Die Unmittelbarkeit elementarer Inhalte fesselt den Betrachter. Ihre Bilder sind offen, lassen uns Vertrautes erkennen, verhüllen dies gleichzeitig und lassen uns ehrfurchtsvoll innehalten. Aus weIchen Quellen und Tiefen schöpfte hier ihre künstlerische Intuition, dass sie den Betrachter so berühren?

Die Titel wie "Übergänge", "Umwälzungen", "Das All", "Welterneuerung" verweisen auf Elementares, Schöpfung und Schöpfungsbeginn. Den Bildern kann mehr als eine phantasievolle Ursprünglichkeit zugesprochen werden. Sie könnten ein introspektiver Zugang zum inneren Entwicklungswissen sein, das bis zu den eigenen Ursprüngen zurück reicht.

Im erweiterten Kunstbegriff wird eigentliches Künstlertum als Lebensvollzug aus seinem Ursprung heraus verstanden. Dazu Paul Klee: »Berufen sind die Künstler, die bis in einige Nähe jenes geheimen Grundes dringen, wo das Urgesetz die Entwicklungen speist.« Kunst kommt etymologisch von »kennen«, »erkennen«. Ohne eine vorgegebene Kunde kann keine Erkenntnis stattfinden. Damit heißt »Kunst als Kunde des Lebens«, dass der Mensch aus seiner Natur eines Lebewesens immer schon kundig ist. Und das von seiner embryonalen Entwicklung an. Die Wiedergeburt der Kunst ist damit Wieder-Erinnerung des Ur-Sprungs in uns.

Dieser Hintergrund stellt für mich Charlotte Kollmorgens Bilder in einen Interpretationsrahmen, wo Menschsein von seinem Beginn, von der Seele her gedacht wird. Über ihre künstlerische Intuition könnte die Künstlerin einen introspektiven Zugang zu ihren Ursprüngen bekommen haben, die in ihre Kunst einfließt.

Die künstlerische Intuition hat Zugang zum Ursprungs- und Entwicklungswissen aller hierarchisch aufsteigenden Ebenen des Menschseins. Nach C. G. Jung hat die künstlerische Wahrnehmung einen besonderen Zugang zur Individuationsgestalt, dem Verlauf der Verkörperung unserer Seele.

 

Was immer die künstlerische Intuition an elementaren Inhalten aus einem Ursprungswissen hob; es sind wie in Träumen Botschaften aus unserem zentralen Selbst. Unser Ichbewußtsein, oft genug entfremdet dem eigentlichen Menschsein, bekommt über intro-spektive Zugänge Entwicklungs-begleitung für das: "Werde, der du bist".

Wie immer die Werke Charlotte Kollmorgens auch auf den einzelnen Betrachter wirken: Es sind in ihnen konkrete Botschaften an den Künstler und Kunstbetrachter gerichtet. Wie in der Dichtung können und sollten wir auch hier das in den Bildern verdichtete »innere Entwicklungswissen« erkennen und für uns nutzen.

 

                                                                                    Welterneuerung,                                                                                     Ch. Kollmorgen

 

Ch. Kollmorgen: Ursprungsbilder


Anlässlich einer ihrer Ausstellungen sagte der Bildhauer Waldemar Grzimek im Jahre 1980: „Charlotte Kollmorgen hat die Urformen begriffen...Sie weiß, dass ein dynamisches Ordnungsprinzip die keimende und blühende Masse zugleich bewegt und ordnet. Sie arbeitet beinahe bildhauerisch in der Ebene, logisch und liebevoll.“

Charlotte Kollmorgen sagt als Malerin 1982 anlässlich einer ihrer Ausstellungen: „Der Kreis und die ewige Annäherung an die Spirale stehen im Mittelpunkt meiner Bilder. Es sind Formen, die man in unserem Leben überall findet im Mikro- und Makrokosmos. In welche der beiden Welten sie gehören, können wir erst durch Relationen feststellen. Dieser Gedanke ist so aufregend, dass ich ihn durch meine Bilder übertragen möchte. Er soll die Möglichkeit haben, sie nach seinem Empfinden weiterzuführen.“

Die Erfahrungen und Erkenntnisse als Malerin werden in die Collagentherapie übertragen, damit „auch der ungeübte Laie“, der Mensch, beispielsweise der Herzinfarktpatient, der unter zu starkem Druck steht, „so schnell wie möglich an seine schöpferische Schaffenskraft kommen kann, ohne an handwerklichem Unvermögen zu scheitern“ (Ch. Kollmorgen 1981), um „sich leiblich-geistig wieder zu identifizieren, sich zu erfahren, die eigene Lebens- und Sinngestaltung wieder reflektierbar und kommunikabel zu machen“ (Karl-Heinz Menzen/Freiburg, 1989). Die Begründung für die Verleihung des Bundesverdienstordens lautet: ...für die Konzeption und Entwicklung der Collagen – Therapie, einer Methode, den Menschen lebensbejahende Perspektiven und Kreativität zu vermitteln.

„Ich wünsche mir, dass die Betrachter sich beim Anblick meiner Bilder auf ihre eigene Wahrnehmung und Empfindung, auf ihre eigenen Gefühle und Gedanken einlassen. Ich wünsche mir einen kräftigen Dialog, ausgelöst durch den Anblick meiner Bilder und die individuellen Betrachtungsweisen der Besucher. Dadurch könnten meine Bilder zu weiterführenden Prozessen auch beim Betrachter anregen. Dann bliebe der kreative Kreislauf zwischen uns allen in Fluss.“(in Katalog: CHARLOTTE KOLLMORGEN/ Ölgemälde und Miniaturen (Berlin, 2001) .

Jeder einzelne hätte dadurch die Möglichkeit, aus seiner Perspektive für sich neue Erkenntnisse zu entwickeln und zu formen. Er könnte dadurch wie ein Maler, ein bildender Künstler, aus Punkt, Linie und Fläche eigene Räume gestalten. Er könnte Formen bilden, sich Freiräume schaffen und sie kreativ nutzen auf den verschiedensten Ebenen, gleich, ob als Betrachter meiner Bilder oder als Patient in der von mir entwickelten Collagen – Therapie, ob als Student/Teilnehmer in meinen Seminaren oder wo immer.

Charlotte Kollmorgen/Berlin 2004

Biographische Daten zur Künstlerin:

Charlotte Kollmorgen, bbk

1939 in Dresden geboren
1950 nach Berlin (West) übersiedelt
1958 Abitur
1958-62 Studium an der MEISTERSCHULE FÜR GRAPHIK UND BUCHGEWERBE
( HdK, HOCHSCHULE DER KÜNSTE BERLIN, heute UNIVERSITÄT DER KÜNSTE; UdK) bei HARRY KÖGLER, HORST BREITKREUZ, GERHARD BERGMANN, GERHARD KREISCHE, JOHANNES BOEHLAND, ULI HUBER,/Abschluss: Staatlich geprüfter Gebrauchsgraphiker/Diplom-Designerin
1962 Tätigkeit als selbständige Graphikern (SFB), 1976 Beginn als freischaffende Malerin, Entstehung eines Bilderzyklus „LEBEN I – LEBEN II“,
Einzelausstellung im In- und Ausland, seitdem Mitglied des BERUFSVERBANDES BILDENDER KÜNSTLER (BBK/ bbk)
Regelmäßige Teilnahme seitdem an der FREIEN BERLINER KUNSTASSTELLUNG (FBK)
1979 Studienreise USA/ Angebot für Ausstellung von WILL STONE COLLECTION/ San Francisco
1980 Einzelausstellung „ANSICHTEN“ in Livermore/ Californien, Studienreise USA/ Kanada
1981 Einzelausstellung „ANSICHTEN“ in Toronto/ GOETHE – INSTITUT, bei SIEMENS und d. BERLINER VOLKSBANK/ Berlin, Studienreise Luxembourg, 14. Jahresausstellung der GEDOK – Berlin
1982 Einzelausstellung „ANSICHTEN“ / THOMAS - MANN – BIBLIOTHEK (GOETHE – INSTITUT), in Luxembourg
Illustration eines Kinderbuches für die Action Familiale et Populaire/ Luxembourg,
Studienreise Frankreich,
Einzelausstellung „ANSICHTEN“/ GALERIE AUTONOM/ Berlin
15. Jahresausstellung der GEDOK - Berlin
Kunsttherapeutische Tätigkeit an der Klinik Wannsee der BfA/ (heute Reha - Klinik Seehof in Teltow),
KONZEPTION und ständige Weiterentwicklung der COLLAGEN-THERAPIE
1983 Studienreise Frankreich/ England
16. Jahresausstellung der GEDOK – Berlin
COLLAGEN –THERAPIE/ EINLADUNG v. SPRINGHILL CENTRE (Hospiz f. Leukämiepatienten bei Oxford),
AUFBAUSTUDIUM KUNST + THERAPIE an der HOCHSCHULE DER KÜNSTE BERLIN/ HADK (HEUTE UDK UNIVERSITÄT DER KÜNSTE BERLIN/ KÜNSTLERWEITERBILDUNG
1984 Einzelausstellung „FORTGANG“ im EUROPA – PARLAMENT, BÂTIMENT SCHUMAN in Luxembourg
1985 Abschluss: KUNST + THERAPIE an der HdK/ UdK Berlin
1988 VERÖFFENTLICHUNG:
Ch. Kollmorgen: „COLLAGEN-THERAPIE/ Bildnerische Arbeit mit Herzinfarktpatienten in der Rehabilitationsklinik“(Marhold,Berlin,1988), 2.Auflg. Hans Huber Verlag, 1989, Bern
Mitglied in zahlreichen wissenschaftlichen Gesellschaften.
Seitdem regelmäßige Lehraufträge, Seminare und Vorträge an Universitäten, Hoch-/Fachhochschulen und auf Fachkongressen im In-/Ausland.
1991 Konzeption und Durchführung einer FARB-COLLAGEN-AKTION auf der
FARB-INFO‘91 IN GOSEN bei BERLIN: „FARBE ERLEBEN“ mit der Problematik Ost/West:
EINIGUNG/ DEUTSCHLAND
Buchillustration/TRIAS; Georg Thieme Verlag
1992 Ausstellung „WANDEL“ in der KREUZKIRCHE in Dresden mit Klaus Nagel
Vorstellung der CO.-TH. in New York auf d. WORLD CONGRESS OF MEDART INTERNATIONAL
1993 Vorstellung der CO.-TH. auf dem 12. WORLDCONGRESS OF CARDIOLOGY in Berlin
Ansatz der CO.-TH. für Unternehmerkultur/ KREATIV-MANAGEMENT MIT COLLAGEN
1995 AOK-BERLIN präsentiert: COLLAGEN-THERAPIE NACH CHARLOTTE KOLLMORGEN
1996 Studienreise Rom
Ausstellung in der IKB DEUTSCHE INDUSTRIE BANK BERLIN
1. BERLINER GESUNDHEITSPREIS: ANERKENNUNGSURKUNDE f. d. Ansatz der CO. - TH. NACH
CH. KOLLMORGEN als „HILFE ZUR SELBSTHILFE“

VERLEIHUNG DER VERDIENSTMEDAILLE DES VERDIENSTORDENS DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND DURCH DEN BUNDESPRÄSIDENTEN PROF. DR. ROMAN HERZOG für die Entwicklung der COLLAGEN-THERAPIE, einer Methode, den Menschen Kreativität und lebensbejahende Perspektiven zu vermitteln.

1997 Studienreise USA/Kanada
Vorstellung im MARKETING CLUB BERLIN: „KREATIVMANAGEMENT MIT COLLAGEN“
Einladung zur Jahrestagung des BERUFSVERBANDES FÜR MARKETING- U. SOZIALFORSCHER in Köln
1998 Studienreise Libanon/Syrien/Jordanien
1999 Studienreise Indien
2000 Studienreise USA/ New York
2001 Einladung/Einzelausstellung zu den DEUTSCH-LETTISCHEN KULTURTAGEN in Jaunpils, Veranstalter
DEUTSCHE BOTSCHAFT in Riga/ Lettland
Ausstellung bei ARTISTS FOR PEACE in Genf
Einzelausstellung auf der PLASSENBURG in Kulmbach,
TV- Oberfranken/Ausstellung: CHARLOTTE KOLLMORGEN,
ÖLBILDER U. MINIATUREN AUF DER PLASSENBURG
Studienreise China
Einzelausstellung EKD EVANGELISCHE KIRCHE IN DEUTSCHLAND in BERLIN
2002 Einzelausstellung in der GALERIE BREMER in BERLIN,
in Kultursendung TICKET/SFB1/ 12./13. Januar 2002
in WOHIN IN BERLIN, 23. Januar 2002
DIE WELT/ Kunstmarkt, 25. Januar 2002, Artikel von Karl Heinrich:„IN DER GALERIE BREMER“
Eröffnungsrede 7. GESUNDHEITSWOCHE BREMERHAVEN
Studienreise Moskau/Ägypten
2003 KUNST-EVENT-DORTMUND
Einzelausstellung KV KASSENÄRZTLICHEN VEREINIGUNG BREMEN, September - Dezember
KUNSTHALLE BREMEN/September, Projekt: „MEIN BILD VOM BILD – WAS WÄRE KUNST OHNE BETRACHTER?“ im Rahmen der MUSEUMSPÄDAGOGISCHEN WOCHEN
Ausstellung: C.K. Der Phönix, Öl a.., 120 cm x 90 cm/ August und September
„WIR MACHEN UNS EIN BILD“ / Projekt auf dem NOUVEAU SALON D’ENFANT / Le Salon International du Livre de l’enfance et de la jeunesse - Luxembourg a. s. b. l. & l’Action Familiale et Populaire a. s. b. l. in LUXEMBOURG in Zusammenarbeit mit dem Familienministerium in Luxembourg, Seminararbeit nach der Methode der Co. – Th. mit Kindern und Erwachsenen, Oktober
2004 Ausstellung JOURNÉE CULTURELLE FRANCO-ALLEMANDE au PALAIS DU LUXEMBOURG, Paris,
Veranstalter PANEUROPE FRANCE
Einzzelausstellung von Miniaturen/ DEUTSCHES GENERALKONSULAT in ST. PETERSBURG und im ATRIUM/BUSINESS-CENTER In St. Petersburg, Juni
Einzelausstellung in Zusammenarbeit mit der UNIVERSITÄT SALZBURG, September
Geplant: Einzelausstellung in der BOTSCHAFT DER INDISCHEN REPUB LIK in BERLIN, Eröffnung am 26. Oktober Fernsehturm Berlin, November
2005 GALERIE SPIREN/ CENTRE BARBLÉ in Strassen/LUXEMBOURG, April/ Mai
2006 GALERIE BREMER/ BERLIN im Februar
Seit 1982 kontinuierliche Berichterstattung in Fernseh-, Funk- u. Printmedien über die COLLAGEN-THERAPIE bis zum Ansatz der Methode des KREATIVMENAGEMENTS mit COLLAGEN nach CHARLOTTE KOLLMORGEN.


Dipl. Des. Charlotte Kollmorgen, Sondershauser Str. 65, D 12249 Berlin, TEL 030/ 711 58 26, FAX 710 97 230
E-Mail: charlotte.kollmorgen@kollmorgen-painter.com / www.kollmorgen-painter.com

 

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