Abstracts

Behrmann Irene

Das Selbst und das Ich – Spurensicherung in der Ambulanten Regressionstherapie

Gustav Hans Graber: „Das vorgeburtliche Seelenleben ist und bleibt unser ganzes nachgeburtliches Leben hindurch biologisch-unbewusst unser seelisches Wurzelwerk.“ Graber war der Auffassung, dass der „Königsweg“ zur Erforschung des vorgeburtlichen Seelenlebens der Traum sei.
Die Ambulante Regressionstherapie ist eine weitere Methode, pränataler Ich-Bildung nachzuspüren. Wahrnehmungen von sich „selbst“ und von Ich-Zuständen (ego-states) auf die Spur zu kommen, sind hier bei wachem Bewusstsein möglich.
Der Vortrag stellt eine Variante selbstbestimmter Regressionstherapie vor. Er zeigt anhand von Beispielen, dass sich das kindliche Ich pränatal in Resonanz zum elterlichen Gegenüber verformen kann und therapeutisch bearbeitbar ist.

Zur Referentin:
Irene Behrmann, M.A. Erziehungswissenschaften
Psychotherapie (HPG)
Brömmerkamp 10
D - 29331 Lachendorf
Email: Irene.Behrmann@epost.de

Die Methode der Ambulanten Regressionstherapie ist in den Jahren 1993-1998 entstanden.
2003 Institutsgründung und Fortbildung in Jahreskursen.
Internet: www.ambulante-regressionstherapie.de
Literatur: Irene Behrmann: Zurück ins Leben, Leutner 2002
"Ein Erwachsener erspürt sein prä- und perinatales Geburtstrauma".
In: VFP-Forum 4/2003, www.vfp.de

Belschner, Wilfried

Auf dem Weg zu einer neuen Psychologie des Bwußtseins

Abstract folgt

Zum Referenten:
Wilfried Belschner, Prof. Dr., Dipl.-Psych., Universitätsprofessor für Psychologie an der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg, Arbeitsgruppe Gesundheitsforschung, Gesundheits¬förderung. Lehr- und Forschungsgebiete: Gesundheitspsychologie, Public Health, transperso¬nale Psychologie, Qigong. Vorsitzender des Deutschen Kollegiums für Transpersonale Psycho¬logie (DKTP) und der European Transpersonal Association (EUROTAS).
E-Mail: wilfried.belschner@uni-oldenburg.de

Boelderl Artur R.

Das Versagen absoluter Individuierung
Zur philosophischen Ambiguität von Grabers Idee der Selbstverwirklichung

In Übereinstimmung mit Grabers Kritik an Plotins Aufforderung, die gute Seele solle vergeß-lich sein, hält Maurice Merleau-Ponty mit Blick auf die Entwicklung des philosophischen Denkens im 20. Jahrhundert fest, was sich hier auf unterschiedliche Weise ankündige, sei jeweils „die Vorstellung eines Denkens, das sich daran erinnert, geboren worden zu sein, sich souverän ergreift und in dem die Tatsache, die Vernunft und die Freiheit zusammenfallen“ (Das Primat der Wahrnehmung, 45). Merleau-Ponty beeilt sich jedoch hinzufügen, zu dieser Erinnerung oder Selbst-Erinnerung des Denkens an sein Geborensein trete sogleich die Erkenntnis hinzu, daß die dadurch ermöglichte Souveränität des nachgeburtlichen (Selbst-) Bewußtseins unauflöslich gebunden bleibe an jene ebenfalls in diesem Geborensein gründende „innere Schwäche“ gleichzeitiger „Aktivität oder Individualität und … Passivität oder Allgemeinheit“, die das menschliche Dasein kennzeichne und ihm „auf immer die Dichtigkeit der absoluten Individuierung versagt“ (Phänomenologie der Wahrnehmung, 486).
In reizvollem Kontrast zu dieser zwar skeptischen, aber keineswegs resignativ gemeinten philosophischen Konklusion, die Merleau-Ponty von ganz ähnlichen anthropologischen Voraussetzungen her zieht, steht Grabers psychotherapeutische Emphase der Möglichkeiten des Subjekts zur Selbstverwirklichung im Ausgang von einer sukzessiven Anerkennung der Faktizität seines Geborenseins (z. B. in Vom Ursprung der Selbstverwirklichung, aber auch im Schlußkapitel von Ursprung, Zwiespalt und Einheit der Seele). Der Vortrag verfolgt diesen Kontrast im Blick auf die Relevanz der unterschiedlichen Standpunkte für das jeweilige Menschenbild, von dem Optionen, Praxen und Methoden der Psychotherapie nicht unberührt bleiben.

Zum Referenten:
Artur R. Boelderl, Mag. Dr. phil. s.a.p., Univ.-Ass. am Institut für Philosophie der Kath.-Theol. Privatuniversität Linz, Forschungsschwerpunkte: Phänomenologie, Gegenwartsphilosophie, Philo-sophie der Psychoanalyse, arbeitet an einer Habilitationsschrift zur Philosophie der Geburt.
E-mail: a.boelderl@ktu-linz.ac.at, http://www.ktu-linz.ac.at/Institute/Philosophie/Boelderl.htm.

Letzte einschlägige Publikationen:
- Die Geburt. Vorüberlegungen zu einem Anathema der abendländischen Geistesgeschichte, in: Österreichisches Museum für Volkskunde (Hg.), Aller Anfang. Begleitbuch und Katalog zur Ausstellung im Österreichischen Musum für Volkskunde 10. April bis 6. Oktober 2002, Wien: Österreichisches Museum für Volkskunde 2002 (=Kataloge des Österreichischen Museums für Volks-kunde, Bd. 80)
- „Die Maus im Vogelkäfig“. Zum Status der Erinnerung und deren psychohistorischer Dimension in Phänomenologie und Psychoanalyse, in: Theologisch-Praktische Quartalschrift 151 (2003)
- „Ich, ich bin, ich bin geboren“ – Die Dekonstruktion spricht die Sprache der Geburt, in: Peter Zeil-linger/Matthias Flatscher (Hgg.), Kreuzungen Jacques Derridas. Geistergespräche zwischen Philo-sophie und Theologie, Wien: Turia + Kant 2004

Eichenberger Eva

Gustav Hans Graber (1893-1982) Leben und Werk

Graber lebte von der Pionierzeit der Psychoanalyse bis in die Zeit des technischen Fortschritts. Die Auffassung, dass jede Entwicklungspsychologie ohne den Miteinbezug des vorgeburtlichen Lebens und des Daseinswechsels der Geburt ein Stückwerk sei, hatte er schon sehr früh. Seine Dissertation „Die Ambivalenz des Kindes“, erschien im gleichen Jahr wie Ranks Buch „Das Trauma der Geburt“, das einen ähnlichen Ansatz hat und durch Freud abgelehnt wurde. Graber, der seiner Zeit weit voraus war, erforschte während Jahrzehnten seines Lebens im Alleingang die Auswirkungen des Geburtstraumas auf das nachgeburtliche Leben und die Entwicklung des Ich als Abwehrstruktur. Er sah seine Forschung als einen Ausbau der psychoanalytischen Lehre, der er sich am meisten verbunden fühlte. Es ist schon interessant, dass Ideen, wie sie durch Graber von der Psychoanalyse her entwickelt und kaum beachtet wurden, später durch die naturwissenschaftliche und medizinische Forschung Bestätigung fanden. Die persönliche Biografie Grabers, bestimmt durch das Zeitgeschehen, die geistigen Zeitströmungen und die Geschichte seiner Ideen und seines Forschens bis zu seinem Tod 1982 sind Thema des Vortrags.

Zur Referentin:
Geboren 1936 in Bern/Schweiz. Mitglied ISPPM seit 1976, Psychoanalytikerin, auch Kinderpsychotherapie, Gruppendynamik. Als Psychotherapeutin in privater Praxis tätig seit 1980. 12 Jahre (ab 1983) Erfahrung mit langlaufenden Gesprächsgruppen mit Müttern von Säuglingen und Kleinkindern. Langjährige Teilnahme am „Graber-Seminar“, später Leiterin. Elternkurse. Vorträge an Kongressen (Hebammen usw.). „Vorgeburtliches Seelenleben“ (Herausg. Graber/Kruse, Golmann 1973): „Zeugung, intrauterines Dasein, Geburtstrauma, nachgeburtliche Entwicklung und Tod in der Psychologie G.H.Grabers“ Vortrag. Buchrezensionen.

Anschrift: Eschenweg 5, CH 3012 Bern




Eurich Claus

Liebeskraft als Erkenntniskraft. Grundrisse einer spirituellen Wissenschaft

Dominante Teile der abendländischen Wissenschaft tragen – bei allen sie auszeichnenden herausragenden Leistungen – an der Entfremdung vom Bewusstsein des Einsseins und von unserer Verankerung im göttlichen Raum ein hohes Maß an Mitverantwortung. In ihrer Re¬duktion von Leben auf eine experimentelle Spielmasse enthüllen sie sich als eine moderne Form der schwarzen Magie.
Gleichwohl erscheint es selbst innerhalb des etablierten Wissen¬schaftssystems möglich, manchen Paradigmenwechsel in Randbereichen einzuleiten, wie etwa die neuere Entwicklung der theoretischen Physik zeigt. Doch dies reicht nicht. Eine neue, spirituelle Wissenschaft wird darüber hinausweisen. Ihr Horizont bestimmt sich durch die Dimensionen der Weisheit. Vor dem reinen Wissensdrang entfaltet sie Ehrfurcht, Liebe und das Nichtverletzen. Sie heiligt ihren „Gegenstand“. Liebeskraft selbst wird zur Erkennt¬niskraft und zum mahnenden Gegenüber der Neugier.
Das metaphysische Heilswissen stellt sich vor den um- und rücksichtslosen Eroberungszug des Fachwissens. Solche Wissenschaft wird immer auch zur Gottsuche – offen, frei von Dogmen, integrativ bezüglich aller mensch¬lichen Gaben einschließlich der Ganzheit unseres Intellekts.
Der Weg der spirituellen Wissenschaft führt über die Neuverschwisterung von Mystik und forschendem Suchen, von Gottes¬sehnsucht, Gottsuche und Erkenntnisstreben.
Albert Einstein: „Die kosmische religiöse Erfah¬rung ist der stärkste und edelste Ursprung wissenschaftlicher Forschung.“ Was für den Weg eines jeden mystisch orientierten Menschen gilt, ist für spirituelle Wissenschaft gleichsam konstitutiv: Die Einheit von Aktion und Kontemplation, die sich ergänzenden und gegenseitig durchdringenden Intervalle von Wissen und ehrfurchtsvollem, reinigendem Schweigen, die alltägliche Pendelbewegung von Immanenz und Transzendenz.
So fallen Trennungen. Objek¬tiv und subjektiv, Innen und Außen lassen sich als voneinander gespalten nicht aufrechterhal¬ten. Zwischen der sinnlich und experimentell erfahrbaren und der geistigen Welt liegen gra¬duelle Stufungen in der Zuwendung und Erkenntnis, doch keine grundsätzliche Unterschiedlichkeit.

Zum Referenten:
Prof. Dr. Claus Eurich, Hochschullehrer für Kommunikationswissenschaft am Institut für Journalistik der Universität Dortmund; Meditationslehrer.

Wichtigste Veröffentlichungen der letzten Jahre:
Die Kraft der Sehnsucht. Kontemplation und ökologisches Engagement. München
1996/1998
Mythos Multimedia. Über die Macht der neuen Technik. München 1998
Die Kraft der Friedfertigkeit. Gewaltlos leben. München 2000
Spiritualität und Ethik. Unterwegs zu einem Ethos des Einsseins. Stuttgart 2003
E-Mail: claus.eurich@uni-dortmund.de

Crisan Horia


Graber Reloaded
- Zum evolutionsbiologischen Sinn einer pränatalpsychologischen Teleologie

In Grabers Sicht bleibt ein menschliches Ich ohne Integration des Geburtserlebens unvollständig. Die dadurch möglich werdende Tiefenregression eröffnet den Weg zum „bewussten Selbst“. Analog zum buddhistischen Weg „heilender Versenkungsvorgänge“ geht Graber davon aus, dass eine „Aufhebung des Ichs“ mit dem Erreichen des intrauterinen Nirvana-Erlebnisses als „letzte und ewige Gesundheit“ einhergeht. Der mutige Widerstand Grabers gegen die Denktabus der psychoanalytischen Bewegung bezüglich der Erforschung prä- und perinataler Schichten mündete in einer ganzheitlichen Weltanschauung mit religiösen Zügen. Graber überhöht die Nirvana-Erfahrung und sieht darin ein Erlöschen der gesamten Regressionstendenz des Menschen und das Ende des gesamten Trieb- und Ichbegehrens. Sichtbar wird eine pränatalpsychologische Teleologie, welche die für asiatische Religionen so typische negative Bewertung des Ichs übernimmt. Der Vortrag wird der Frage nachgehen, ob diese Haltung einer kritischen evolutionsbiologischen und ichpsychologischen Betrachtung unter Einbeziehung der aktuellen Hirnforschung standhalten kann oder der Ergänzung bedarf.

 

Crisan Horia ; Schaack-Vogell Wolfgang

Workshop

Einbeziehung prä- und perinataler Schichten im Kontext einer multimodalen stationären Psychotherapie

Die Befunde der Prä- und Perinatalpsychologie deuten darauf hin, dass Menschen in Not- oder Belastungssituationen eine Reaktivierung des Geburtstraumas in Form psychosomatisch-physiologischer Phänomene, die nicht als solche erkannt werden, erleben. Dementsprechend lassen sich bei stationären psychotherapeutischen Patienten überdurchschnittlich häufig früh präverbale Traumatisierungen eruieren, die eine später wirksam werdende Vulnerabilität bedingen. Dies bedeutet, dass eine ganzheitliche psychotherapeutische Behandlung auch körper- und kreativtherapeutische Verfahren einsetzen muss, um den präverbalen Erlebnisschichten gerecht zu werden.

Die einseitige Fokussierung der Geburtsebene, so wie sie manchmal therapeutisch angeboten wird, kann der Komplexität des Menschen und seiner bemerkenswerten Bewältigungsfähigkeit nicht gerecht werden. Die Geburt als „Urtrauma“ wird spätere Echos auf den verschiedenen Entwicklungsstufen haben, die jeweils auch spezifischen, zum Teil klassisch tiefenpsychologischen oder verhaltenstherapeutischen Behandlungsmodalitäten bedürfen.

Im Workshop wird zunächst ein entwicklungspsychologisches Model vorgestellt und die Hypothese aufgestellt, dass der Individuationsprozess einer progressiven Logik der Integration zunehmend tieferer/älterer Erfahrungsschichten folgt. Prä- und perinatalpsychologische Arbeit ist immer noch ein Experimentierfeld, verbindliche Richtlinien dafür gibt es nicht. Das stationäre Behandlungsmodel des Penta-Zentrums in Bad Säckingen, einer Privatklinik für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin mit sehr guter personeller Ausstattung, wird vorgestellt und anschließend ein Behandlungsfall besprochen. Als Mitreferent wird der Patient anwesend sein, ein sehr erfahrener psychotherapeutischer Kollege, der bis zu dem Zeitpunkt kaum Kontakt mit der prä- und perinatalen Psychologie und Therapie hatte. Die „Aussenbetrachtung“ der Therapeuten wird durch die differenzierte Introspektionsarbeit des Patienten ergänzt werden.

Wir stellen uns einen offenen kollegialen Dialog vor und laden Sie dazu ein, sich mit eigenen Gedanken, Anregungen und Erfahrungen einzubringen.


Zum Referenten:
Dr. med. Horia Crisan, geb. 23.04.1956
Facharzt für Psychotherapeutische Medizin
Facharzt für Innere Medizin
Leitender Chefarzt am Penta-Zentrum Bad Säckingen

Penta-Zentrum
Schneckenhalde 13
D-79713 Bad Säckingen
Tel.: +49-(0)7761-5600440
e-mail: dr.crisan@penta-klinik.de

Privatadresse: Eduard-Mange-Weg 37
79713 Bad Säckingen / Rippolingen
Tel.: +49-(0)7761-559730
e-mail: horia.crisan@t-online.de

Arbeitsbereich: Psychotherapeutische Medizin, Interessenschwerpunkte: Prä- und Perinatale Psychologie und Medizin, Psychohistorie, Yoga

Literatur:
Crisan H (1984) Zum Problem der abendländischen Rezeption des Yoga. Pranayama-Atemübungen bei Angstneurotikern. Dissertation, Universität Heidelberg, Eigendruck

Crisan H (1994) Die perinatale Psychosomatik des Kundalini-Yoga. Int J of Prenatal and Perinatal Psychology and Medicine 6:547-579

Crisan H (1998) Das Ich und seine zwei Welten. Zur evolutionsbiologischen Dialektik der Kultur-Natur-Beziehung. Jahrbuch für Ethnomedizin 1996, VWB Berlin

Crisan H (1999) Das geistige Echo des präverbalen Daseins. Eine entwicklungspsychologische Skizze. Int J of Prenatal and Perinatal Psychology and Medicine 11:65-105


Co-Referent für den Workshop

Dr. med. Wolfgang Schaack-Vogell, geb. 13.03.1956
Facharzt für Psychotherapeutische Medizin
Praxisadresse:
Seestraße 12
D-88214 Ravensburg
Tel.: +49-(0)751-31225
e-mail: wschaack@t-online.de

Fischer K. Maximilian


Vom Streben nach der Einheit
Das Transpersonale in Grabers Werk

Inhalt: In Grabers Werk lassen sich Grundideen der transpersonalen Psychologie erkennen. Er versuchte, eine Verbindung zu schaffen zwischen Spiritualität und wissenschaftlicher Psychologie. Der Weg zum Selbst soll nach Graber immer letztes Ziel einer echten Seelenheilkunde sein. In diesem Beitrag wird versucht, Grabers Werk ausschnitthaft in die Ideengeschichte der transpersonalen Psychologie einzugliedern.

Zum Referenten:
Dr. phil. Karl Maximilian Fischer
Psychotherapeut, Klinischer Psychologe,
Gesundheitspsychologe in freier Praxis in Steyr, OÖ
Vorstandsmitglied des Österreichischen Arbeitskreises für
Transpersonale Psychologie und Psychotherapie
Herausgeber: Heimkehr der Seele – Psychotherapie und Spiritualität.
Edition pro mente, Linz 2003
www.psyche-fischer.at

psyche.fischer@utanet.at



HOCHAUF Renate


Die therapeutische Arbeit mit existentiellen pränatalen Erfahrungen


G. H. GRABER hat sich bereits in den Anfängen der Psychoanalyse in verdienstvoller Weise mit vorgeburtlichen Erfahrungen befasst.
Die prägende Erfahrung der vorgeburtlichen Zeit übermittelt sich durch physiologische und sensomotorische Reaktionen, die nach heutigem Stand deren Fixierung in habituellen Grundmustern vermuten lassen. Es ist wahrscheinlich, dass in die nachfolgende Reifung des nervalen Apparates frühe Erlebnisqualitäten nachdrücklich eingeschlossen sind und sowohl die stressverarbeitenden Regulationsmechanismen als auch angeborene Überlebensprogramme in ihrer Spezifik einfärben. Im Falle pränataler Traumatisierungen scheinen sich derartige frühe Schemata auch mit gegebenenfalls späteren Traumatisierungen sensomotiorisch zu verknüpfen und im Sinne eines „Wiedererkennens“ damit die spätere Traumaverarbeitung zu beeinflussen, infolge des unreifen Gedächtnisses des frühen Kindes verbleiben derartige vorgeburtliche Erfahrungen vermutlich in der späteren Persönlichkeit in impliziten Gedächtnisstrukturen gespeichert und prädisponieren zu eher undifferenzierten und unspezifischen Triggerungen, wie wir aus therapeutischen Erfahrungen kennen. Der spätere Gedächnisabruf in der Therapie kann dann ebenfalls nur auf diesem frühen sensomotorischen Niveau erfolgen. Über körpernahe, erlebnisorientierte Vorgehensweisen können deren Verschlüsselungen in späteren analogen Bewältigungsstrategien, aber auch über agierende und handlungsorientierte Reinszenierungen erkannt werden.
Um diesen Weg transparent verfolgen zu können, soll die therapeutische Arbeit zu einer frühen Traumatisierung an einem Fallbeispiel erläutert werden.


Hochauf R. /Unfried N.

Workshop:

Zur Rekonstruktion pränataler Erfahrungen

Bezogen auf den Vortrag sollen vor allem therapeutische Interventionsmöglichkeiten zur Arbeit an vorgeburtlichen Traumata vorgestellt werden. Dabei geht es um die Bedeutung der Integration dieser Früherfahrungen für die erfolgreiche Arbeit auch an späteren Traumatisierungen und die Hinführung auf ganzheitliche Erlebensqualitäten.
Die therapeutische Arbeit soll vor allem mit Fallbeispielen demonstriert werden.


Zur Referentin
Hochauf, Dr., Renate, Pschoanalytiker, Psychotherapeutin, Seminartätigkeit und Publikationen zu Trauma und Traumatherapie.
Anschrift: Friedrich-Ebert-STr. 11 D – 4600 Altenburg
03447861906-0001@t-online.de

 

 

 

Janus Ludwig

Wie die Seele entsteht – Grabers biogenetische Sicht

Graber entwickelte auf den Forschungen von Freud und Rank aufbauend als erster ein Konzept der vorgeburtlichen seelischen Entwicklung, beginnend mit dem Urselbst der befruchteten Urzelle.
Das Urseelische differenziert sich vorgeburtlich aus einer hermaphroditischen Phase über die Entwicklung einer Außen-Innen-Polarisierung zur geschlechtlichen weiblichen und männlichen Ausprägung. Die traumatischen Aspekte der Geburt können zu einer seelischen Abspaltung vom Urseelischen und einer Fixierung in außenweltbezogener Ichhaftigkeit führen. Durch seelische Reifungs-prozesse im Leben oder in einer Psychotherapie kann durch Überwindung des geburtstraumatisch bedingten „Urwiderstandes“ die nachgeburtliche Entfremdung in einem „Wiedergeburtserlebnis“ aufgehoben werden und die Verbindung mit dem pränatalen Urseelischen und dem Urselbst und seiner Ganzheit wiederhergestellt werden.
Dies ist ein Thema vieler Weisheitslehren, großer Kunst und gelingender Psychotherapie. In der Geschichte der pränatalen Psychologie wurde dieser ganzheitliche Ansatz von Graber wegen der in uns allen wirkenden „Urwiderständen“ immer wieder vergessen oder unvollständig tradiert und rezipiert. Darum ist es eine Aufgabe unserer Zeit nach vieljähriger Detailforschung den ganzheitlichen Ansatz neu als Grundlage einer zukunftsträchtigen pränatal-psychoanalytischen Psychotherapie wiederzugewinnen und zu entwickeln.

Zum Referenten:

geb. 21.8.39, aufgewachsen in Essen, Studium der Psychologie und Medizin in München, Essen und Göttingen. Psychoanalytische Weiterbildung in Göttingen und Heidelberg.
Seit 1975 Psychoanalytischer Psychotherapeut in eigener Praxis in Heidelberg (E-Mail: Lujanus@AOL.com). Dozent und Lehranalytiker am Psychoanalytischen Weiterbildungsinstitut in Heidelberg. Seit 1995 Präsident der Internationalen Studiengemeinschaft für Pränatale und Perinatale Psychologie und Medizin (ISPPM, http://www.isppm.de/ ) ebenfalls Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Psychohistorische Forschung. (www.psychohistorie.de). Mitglied psychoanalytischer und anderer Fachgesellschaften – DPG, DGPT, DAGG, DKPM.
Zahlreiche Publikationen zur pränatalen und perinatalen Psychologie und zur Psychohistorie, unter anderem: „Wie die Seele entsteht?“, Mattes, Heidelberg 1997; „Die Psychoanalyse der vorgeburtlichen Lebenszeit und der Geburt“, Psychosozial, Gießen 2000; „Der Seelenraum des Ungeborenen“, Walter, Düsseldorf 2000; mit Sigrun Haibach „Seelisches Erleben vor und während der Geburt“, LinguaMed, Neu-Isenburg 1997; mit Helga Häsing „Ungewollte Kinder“, text-o-phon, Wiesbaden 1999; mit Winfried Kurth „Psychohistorie und Politik“, Mattes, Heidelberg 2003.
Mitherausgeber des „International Journal of Prenatal and Perinatal Psychology and Medicine“ und des Jahrbuchs „Ergebnisse der Pränatalen Psychologie“, Mattes Verlag, Heidelberg.

Lujanus@aol.com


 


Charlotte Kollmorgen / Berlin,
Malerin und Graphikerin

(s. www,graber-symposium.sbg.ac.at, Galerie) hat ihre Erkenntnisse als bildende Künstlerin auf die von ihr 1981 konzipierte Collagen-Therapie, einer Kunsttherapie mit dem Ansatz „Kreativität pur“ übertragen. Wahrnehmung und Empfindung, Gefühle und Gedanken bewusst/unbewusst im Zusammenhang erleben beim Betrachten von Bildern, von Punkt, Linie und Fläche, von Räumen und Formen, von Geschehnissen in der Welt, sie unbewusst/bewusst kreativ ergreifen und in Beziehungen setzen. Kommunizieren, Zusammenführen, kreative Dialoge mit sich selbst und dem anderen eröffnen und entwickeln, mit dem Unbekannten. Durch kreative Reflexion und kreatives Handeln unbekannte Horizonte wahrnehmen, sie mit seinen Sinnen erleben, sie sich bewusst machen, ordnen, erkennen und erweitern. Aus den verschiedenen Gesichts – Punkten, Linien und Flächen, aus/mit den verschiedenen Perspektiven neue Freiräume und Formen gestalten, neue Lebens – Bilder im kreativen Kreislauf für ein lebensbejahendes Handeln – sinnvoll und dadurch auch zweckmäßig – für den Gestaltenden und den Betrachter/Verbraucher.

Biographische Daten zur Künstlerin siehe Galerie

Anschrift: Dipl. Des. Charlotte Kollmorgen, Sondershauser Str. 65, D 12249 Berlin, TEL 030/ 711 58 26, FAX 710 97 230
E-Mail: charlotte.kollmorgen@kollmorgen-painter.com / www.kollmorgen-painter.com

 


Overdick Margret

Schwere Seelenverletzungen und ihre Auswirkungen
auf das werdende Leben

Es sollen Beobachtungen aus der Therapie von Frauen, die ihr Kind durch eine Fehlgeburt oder durch plötzlichen Kindstod nach der Geburt verloren haben, berichtet werden.
Die Dissoziation, mit der die Frauen eine unerträgliche Situation, zumeist in der Beziehung zum Kindsvater, aushalten konnten, wurde bei der Traumaauflösung erlebt als ein energetischer Sog, der dem ungeschützten Kind die Lebensenergie entzieht.
In Regressionen zu eigenem embryonalen Selbsterleben, in Träumen und Bildern beschrieben alle Frauen ihre eigene Zeugung als traumatisch. Mit dem Tod des Kindes reinszenierte sich das Trauma des eigenen frühen Seelentodes. Die Beobachtungen legen die Vermutung nahe, dass die Seelenverkörperung bereits im Ursprung traumatisch sein kann, und dass hierin die tiefe Ambivalenz der Frauen allem Lebendigen gegenüber begründet war.
Die therapeutische Beziehung muß dieser Qualität der "Grundstörung" Rechnung tragen:
1. der therapeutische Raum muss ein gebärmütterlicher Raum sein, in dem in symbolischer Weise embryonale Entwicklung in einer guten Weise wiederholt werden kann. 2. Die spezielle Traumabehandlung muss sich in ihrer Technik auf ein unreifes Nervensystem einstellen. 3. Der Therapeut muss die Tiefe der seelischen Verletztheit empathisch " halten" können.

Zur Referentin:
Dipl.-Psych. Margret Overdick, Psychologische Psychotherapeutin, mehrjährige therapeutische und wissenschaftl. Mitarbeit an der Werner-Schwidder-Klinik z.Z. der Ärztlichen Leitung von Prof. Dr. T.F. Hau. Seit 1987 in eigener psychoanalytischer Praxis in Münster tätig, Mitglied der ISPPM.
Pränatale Selbsterfahrung bei Inge Krens. Weiterbildung bei Dr. William Emerson zur Behandlung von prä- und perinatalen Traumatisierungen bei Babies, Kindern und Erwachsenen. Traumatherapie- Weiterbildung durch Dr. Laurence Heller in "Somatic Experiencing" nach Dr. Peter Levine.
Anschrift: Aldruper Str. 52, D - 48159 Münster
E-Mail: m.overdick@web.de

Prothmann Leo

„Immer im Keime liegt das Geheimnis, das reift“ -
Ichentwicklung und Individuation


G. H. Grabner und C.G.Jung sind einander offenbar nie begegnet. Dennoch gibt es zwischen beiden Forschern erstaunliche Berührungspunkte und Differenzierungen, z.B. was ihre Erkenntnisse über die Entwicklung des Ich und die Individuation des Menschen betrifft.

„Der Mensch ist fertig im Augenblick seiner Geburt – er muß es nur noch werden“.
Grabners Verdienste liegen vor allem in der Erforschung der pränatalen Entwicklung und in der Bedeutung des Geburtstraumas für den Säugling. Die dramatischen Umstände der Geburt eines Kindes wurden lange unterschätzt und manche Indiszien sprechen dafür, daß es noch immer so ist.
Wie wird ein neugeborenes Kind in unserem Kulturkreis willkommen geheissen?

Zum Referenten:
Dr. phil. L.P., Jahrgang 1931 studierte Philosophie und Theologie in Bayern und Psychologie in Salzburg. Ausbildung zum Analytiker in Analytischer Psychologie in München und Zürich.
E-mail: prothmann@aon.at

Reiter Alfons

Vortrag: Diagnostische Differenzierung pränatal-anmutender
Inhalte bei introspektiven Daten

Die Individuation hat schon im Vorgeburtlichen die körperliche und seelische Entwicklung als Realisationsrahmen. D.h. daß sich für die vorgeburtlichen Zeit mehrere Entwicklungsebenen überschneiden. Imponieren in einem introspektiven Zugang (Träume, Imagination, regressive Zustände, Kunst etc.) Inhalte vorgeburtlich, ist zu differenzieren, welche Ebene in diesem vordergründig angesprochen werden. Dies können Inhalte peri- oder pränatalen Erlebens sein. Es können sich darin auch frühe Themen der Individuation ausdrücken wie z.B. eine verhinderte "Selbstgeburt".
Mit dieser Differenzierung bekommt der Therapeut Hinweise, welche Themen im therapeutischen Prozeß zur Begleitung vordergründig anstehen. Dies soll anhand von Bildern und Träumen aus psychotherapeutischen Verläufen illustriert werden.


Vortrag: Das Ringen um das "bewusste Selbst" in Grabers literarischen Schriften

Graber verfolgt aus biogenetischer Sicht die seelische körperanaloge Entwicklung akribisch von seinen Anfängen an. Andererseits ahnt er, daß diese Ebene nur der Verkörperungsweg der eigentlichen Seele, des Selbst ist. Er spricht vom "vorgeburtlichen Selbst", das nachgeburtlich zum "bewußten Selbst" werden soll.
Den Weg dazu meint er durch die psychoanalytische Aufhebung nachgeurtlicher Ichidentifikationen gehen zu können. Zu dieser Auffassung kommt er, weil auch ihm die Psychoanalye bei Schneider tiefgreifende Selbsterfahrungen gebracht hat. Seine theoretischen Darstellungen dazu imponieren nicht zwingend. Die beiden Ebenen können von ihm nicht nachvollziehbar verknüpft werden.
Viel klarer hingegen zeigt sich sein inneres Wissen um den Individuationsweg des eigenltichen Selbst in seinen literarischen Schriften (Band IV, Graber:Gesammelte Schriften) wie in seinen Gedichten und in seinen Märchen wie: "Die Sprache des Lebens". Hier lehnt er sich an ein indisches bzw. vedantisches Entwicklungswissen vom "Weg zum Selbst" an.


Workshop:

Wege zum Selbst. Bewußtheit und Selbstwerdung

Im westlichen Denken setzen wir Ichentwicklung und Bewußtsein gleich. Dies trifft auch zu, wenn sich das Ich alleine seine Welt schaft. Vom Individuationsdenken her ist das Ich eine Wahrnehmungs- und Erkenntnismöglichkeit, die mit dem Gelingen der Individuation zu einer immer tieferen Bewußtheit führt.
In einer Psychologie des Bewußtseins, wie sie die Transpersonale Psychologie anstrebt, werden transkulturell erweiterte Bewußtseinszustände untersucht.
Grabers Postulat: Das "vorgeburltiche unbewußte Selbst" solle zum "bewußten Selbst" werden, beinhaltet die "Seinsdimension". Dies zielt auf eine Bewußtheit, die die ehemalige Einheit von Sinnen, Geist und Seele beinhaltet.


 

 

Zum Referenten:
Leiter des Symposiums
A.Univ.Prof. Dr. Mag. Alfons Reiter
Fachbereich Psychologie der Universität Salzburg
Psychoanalytiker, Psychotherapeut
Lehre und Forschung, Publikationen: Klinische Psychologie, Psychoanalyse in ihren Weiterentwicklungen, Humanistische und Transpersonale Psychologie, Pränatale Psychologie, Kunst und Therapie
http://www.sbg.ac.at/psy/people/reiter/index.htm
Email: alfons.reiter@sbg.ac.at

 

 

 


Sahlberg Oskar N.

Buddhas Mutterleibserlebnis - Anregung für G. H. Grabers Tiefenpsychologie. Die Bewußtmachung der religiösen Dimension

Grabers erste Psychoanalyse in den Jahren 1916/17 führte zu einem "Erlösungs- und Glückseligkeitserlebnis", das er als "Selbst-Verwirklichung" empfand.
Jahre später begriff er von Buddhas Nirwana-Erlebnis aus seiner eigenen Erfahrung. Anregungen dabei waren Freuds Nirwanaprinzip (1920) und Franz Alexanders Darstellung von Buddhas Versenkung als Regression in den Mutterleib (1923); beide deutete er positiv um. Daraus entstand allmählich Grabers "Tiefenpsychologie".
Sein Hauptwerk ist "Ursprung, Zwiespalt und Einheit der Seele. Vor- und nachgeburtliche Entwicklung des Seelenlebens" (1972). Im Ursprung ist die Seele die vorgeburtliche "Dual-Einheit" von Kind und Mutter, als "Liebesbeziehung", das "zeitlose", "göttliche" Selbst. Die Geburt führt zur Abspaltung des Ichs vom Selbst, zur Entstehung der Triebe, Aggression und Liebe; in letzterer ist der Wunsch nach Regression enthalten, nach Aufhebung des Ichs. Dies geschieht in einer Wiedergeburtserfahrung, in der das vorgeburtliche Selbst zum bewußten Selbst wird, letztes Ziel der Psychotherapie. Der späte "Entwurf zu einer atomaren Psychologie" enthält eine modeme Theorie der Transzendenz.

Zum Referenten:
Dr. phil., Pschotherapeut, Psychoanalytiker, Mitglied der ISPPM, zahlreiche Publikationen zu Buddhismus und Pränatalzeit.
Anschrift: Sophie-Charlotten-Str. 49; D - 14059 Berlin

Schindler Sepp

Historische Einbettung Grabers in die psychoanaslytische Pionierzeit

Gustav Hans Graber wurde 1893 in Bern geboren und hat in seiner Heimatstadt das Lehrerseminar besucht. Dessen Direktor Ernst Schneider wurde er mit der Psychoanalyse bekannt, begann sich lebhaft dafür zu interessieren, hat die jeweils neuesten Publikationen gelesen und eigenständig verarbeitet, wie Randbemerkungen in den Büchern seiner Bibliothek zeigen.
Den öffentlichen Streit um die Psychoanalyse hat er als Student miterlebt, und war von der Entlassung Ernst Schneiders als Seminardirektor sehr betroffen. Trotz dieses Widerstandes war es ihm möglich, sein Studium der Psychologie mit einer Dissertation über ein psychoanalytisches Thema abzuschließen. Die Arbeit wurde bereits 1924 in der Reihe 'Imago Bücher' des Internationalen Psychoanalytischen Verlages unter dem Titel 'Die Ambivalenz des Kindes' publiziert. Sie enthält alle wesentlichen Aspekte seines späteren Lebenswerkes.
Im Referat soll der Zusammenhang mit psychoanalytischen Publikationen der Jahre 1910-1924 dargestellt werden, sowie deren Einflüsse auf Grabers späteres Lebenswerk.


Zum Referenten:
Sepp Schindler, Dr. phil. Univ.Prof. em.
In Wien 1922 geboren und aufgewachsen. Studium der Psychologie in Wien und Zürich 1949 abgeschlossen mit einer Dissertation über 'Die seelischen Auswirkungen des Krieges bei Jugendlichen' .
Erzieher und klinischer Psychologe in Institutionen und Beratungsstellen, vor allem bei straffälligen Jugendlichen. Aufgrund dieser Erfahrungen Publikationen über 'Jugendkriminalitäf (1968) und 'Aggressionshandlungen Jugendlicher (1969) sowie Aufbau und Leitung der Österreichischen Bewährungshilfe (1957- 1973).
Habilitation an der Universität Salzburg, dort Professor, Leiter der Abteilung für Sozialisationsforschung und Entwicklungspsychologie (1973-1987) und Vorstand des Institutes für Psychologie (1985-1987). über 100 Publikationen, darunter 'Geburt - Eintritt in eine neue Welt, Pränatale und Perinatale Psychosomatik (mit T. F. Hau), Ökologie der Perinatalzeit (mit H. Zimprich), "Dialog mit dem Ungeborenen', 'Das Kind in der Pränatalen und Perinatalen Lebenszeit', u.a. Gründer der 'Arbeitsgemeinschaft Bewährungshilfe', Gründungsmitglied der Internationalen Studiengemeinschaft für Pränatale Psychologie (ISPP) und deren Präsident (1976 - 1984), Gründer des Hochschullehrganges für Supervision an der Universität Salzburg.
Ehrenmitglied der Österreichischen Vereinigung für Supervision, von NEUSTART (Österreichische Bewährungshilfe), des Salzburger Arbeitskreises für Psychoanalyse.

Anschrift: Nonntaler Hauptstr. 37d, A 5020 Salzburg

Schönherr Christine

Referat:
Östliche Wege zur Erfahrung des Selbst


Dieser Vortrag gibt nach ein paar einstimmenden Übungen Einblicke in verschiedene spirituell-philosophische Systeme Indiens, die auf unterschiedlichen Wegen letztlich dasselbe Ziel anstreben, nämlich moksa, die Befreiung zu erlangen und das Selbst zu erfahren, ein Thema, welches für Graber und sein Werk von essentieller Bedeutung ist.

Workshop:
Atem - Brücke zwischen Körper und Geist


In diesem Workshop steht die Erfahrung im Mittelpunkt. In Übungen wird das Angebot gemacht, den Kontakt zur eigenen Lebensquelle, dem Atem, aufzunehmen, ihn mit Bewegungsabläufen zu verbinden, sanft zu verlangsamen und zu verfeinern, denn ruht der Atem, so ruhen auch die Gedanken, heißt es in alten indischen Schriften. Atem, Körper und Geist verbinden sich und können als Tor zu innerem Frieden, geistiger Klarheit und Präsenz erfahren werden.

Zur Referentin:
Christine Schönherr, Lehrtätigkeit am Orff-Institut, Universität Mozarteum, Salzburg, im Bereich Musik und Tanzpädagogik, Autorisierte Lehrkraft für AAP (Atemrythmisch angepasste Phonation nach Coblenzer-Muhar), diplomierte Yogalehrerin (BDY/EYU/BYO). Mehrfach Referentin auf dem Europäischen Yogakongress in Zinal, Schweiz. Zahlreiche Studienreisen nach Nord- und Südindien.
Email: christine.schoenherr@moz.ac.at

 

Unfried Natascha

„Bilder als Halt- und Bindemöglichkeit am Abrisspunkt – dem Focus höchsten Schmerzes und größter Einsamkeit“

• Graber zeigt in seinen Märchen, Gedichten traumakompensatorische Möglichkeiten mit dem unabänderlichen inneren Terror weiterzuleben.
• Neurophysiologische Abläufe am Schockpunkt, wo Vergangenheit und Zukunft in der Gegenwart fusionieren und den Fortgang der Zeit, Entwicklung und Entfaltung stoppen.
• Bildhafte Verdeutlichung der lindernden Dimension von imaginären Spiel und Bildern anhand von Arbeitsergebnissen mit Kindern.

Zur Referentin:
Unfried, Natascha, Dipl.Med., Fachärztin für Kinder-, und Jugendmedizin, Psychotherapeutin, Traumatherapeutin DIPT-Köln, Sozialpediatrisches Zentrum Chmennitz.
Anschrift: Markersdorfer Str. 124 D-09122 Chemnitz
E-mail: natun@web.de

 

 

Wucherer-Huldenfeld Augustinus Karl

Der personale Aspekt im Individuationsprozeß:
Versuch einer Würdigung des Anliegens von H. G. Graber

Freud und mit ihm die psychoanalytische Bewegung ist den großen neuzeitlichen Gesellschaftsentwürfen (Hobbes, Spinoza, Rousseau) verbunden, in der die spät-mittelalterliche Konzeption des Menschen als eines einzigartigen Individuums her-vortritt, dem aufgegeben ist, seine Eigenart selbst und befreiend (emanzipativ) zu entfalten: Wo Es war, so Ich werden, bzw. der Weg zum ureigensten Selbst ist (unter Wahrung eins Ausgleichs individueller Interessen und unter Vermeidung gesellschaft-licher Anarchie) zu beschreiten. Dieser Ansatz wird durch H. G. Grabers Annahme einer ursprünglichen Dual-Union von Kind und Mutter, die trotz aller Wandlungen das Daseinsganze geschichtlich bestimmt, kritisch erweitert: Damit fällt (wenigstens ansatz-weise) der individualistische Vorrang des/der Einzelnen, der die gleich wesentliche und gleich ursprüngliche personale und kommunikative Bezogenheit zum Anderen (und von ihm her!) vernachlässigt. Grabers Beitrag zur Freilegung des ursprünglichen Weges zum eigenen Selbst besagt im Grundsätzlichen keine Minderung der Zusammengehörigkeit und Einheit mit Anderen, sondern (lebenspraktisch sowie auch therapeutisch relevant) vermag Selbstwerdung und vertiefte personale Kommunikation in gleichem Verhältnis miteinander zuzunehmen.

Zum Referenten:

Augustinus Karl Wucherer-Huldenfeld,
geb. 1929, Dr. phil.,
seit 1973 Univ.-Doz. am Philosophischen Institut der Universität Wien.
1974 bis 1997 o.Prof. für Christliche Philosophie und Vorstand des Instituts für Christliche Philosophie an der Universität Wien.
1990 bis 2002 Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Daseinsanalyse.
Seit 2002 Vizepräsident des Österr. daseinsanalytischen Instituts für Psychotherapie, Psychosomatik und Grundlagenforschung.

A-1050 Wien, Ramperstorfferg. 65
E-mail: karl.augustinus.wucherer@univie.ac.at

Zech Otto

Pränatale und transpersonale Aspekte in der Suchtbehandlung

Es wird vom kunsttherapeutischen Ausdruck aus dem klinischen Raum der Suchtbehandlung ausgegangen. Hier zeigen sich nicht selten auffallend pränatale, selbstregulierende bis hin zu transpersonalen Perspektiven. Frühstörungen wie auch Sinndimensionen scheinen bei diesen Patienten im Besonderen berücksichtigt werden zu müssen.
Es werden zuerst gängige psychotherapeutische Theorien zur Suchttherapie referiert und im Anschluß auf die Bedeutung einer Einbeziehung der Dimensionen, auf die die Patienten im kunsttherapeutischen Ausdruck verweisen, näher eingegangen.

Zum Referenten:

Studium der Germanistik, Philosophie, Pädagogik und Psychologie in Innsbruck, promoviert in Psychologie (zum Dr. phil.). Diverse psychotherapeutische Weiterbildungen, erst mehr verhaltenstherapeutisch ausgerichtet, bei der Arbeit mit Kindern, dann eine NLP - Ausbildung in Ravensburg (1989/90), verschiedenste suchtspezifische Fortbildungen. Psychotherapeut im Krankenhaus für Suchtkranke Maria Ebene, Frastanz, Vorarlberg.

Anschrift: Dr. Zech Otto, Jg. 1954, Grafenweg 3, A
-6714 Nüziders (KH Maria Ebene, A -6820 Frastanz), Tel. 05552/30197, Mail otto.zech @ cable.vol.at .

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